Neues Jahr, neues Ich?

Jedes Jahr aufs Neue tauchen zum Jahreswechsel die guten Vorsätze fürs neue Jahr auf. Nächstes Jahr werde ich sportlicher. Nächstes Jahr ernähre ich mich gesünder. Nächstes Jahr kaufe ich nur noch Bio. 

Zu erkennen, dass es etwas in seinem Leben gibt, das man verändern möchte, ist der erste Schritt. Wir glauben, dass Neujahrsvorsätze gar nicht so viel mit den Zielen selbst zu tun haben - Neujahrsvorsätze sind nicht da, um im nächsten Jahr 5 Kilo abzunehmen oder 5 Kilometer weiter laufen zu können. Neujahrsvorsätze sind eher eine Art Selbstreflexion. Man nimmt sich Zeit, um eine Vision davon zu entwerfen, was man tun möchte, worauf man Lust hat und wer man sein will. Man macht sich bewusst, womit man zufrieden oder eben unzufrieden ist.

Aber warum haben so viele Menschen das Bedürfnis, gerade zu Jahresbeginn etwas verändern zu wollen? Man könnte sich jeden Tag dazu entscheiden, seinen Lebensstil zu ändern, dafür braucht man kein festes Datum. Aber wir mögen die Idee von Vorsätzen für das neue Jahr. Ein neues Jahr ist wie ein Neustart. Man lässt das alte Jahr hinter sich und startet ins Neue. Das ist ein guter Zeitpunkt, sich zu überlegen, was man im neuen Jahr machen und im alten Jahr hinter sich lassen möchte.

Wir sollten zufriedener damit sein, wer wir sind. Neujahrsvorsätze müssen keine Enttäuschung sein. Wir müssen uns nicht vornehmen, dass wir gesünder leben wollen und von uns erwarten, dass es uns dadurch dreimal die Woche ins Fitnessstudio verschlägt. Wie wärs, wenn unsere Neujahrsvorsätze im nächsten Jahr gar nicht daraus bestehen, was wir ändern wollen, sondern gerade das beinhalten, womit wir im letzten Jahr zufrieden waren?

Nächstes Jahr möchte ich weiterhin mittwochs um 18 Uhr zum Yoga gehen und nächstes Jahr möchte ich mindestens genauso viel lachen wie in diesem!